DRM und eBooks

DRM und eBooksWährend es mit althergebrachten Papierbüchern üblich ist, sie zu verleihen oder zu verschenken, können eBooks nur selten weiter gegeben werden. Dies liegt daran, dass kommerzielle eBooks typischerweise mit einem Kopierschutz versehen sind, der festlegt, welche Aktionen mit einem gekauften eBook erlaubt sind. Dieses Digital Rights Management (DRM) genannte Verfahren kann etwa das Kopieren des eBooks, den Weiterverkauf oder auch den Ausdruck verhindern.

Ein weiterer Schutzmechanismus sind digitale Wasserzeichen, die in einem gekauften Exemplar eines eBooks die Kennung des Käufers hinterlassen. Wird ein derart kenntlich gemachtes eBook illegal weitergegeben, kann der Copyright-Inhaber über die Kennung feststellen, woher die Kopie ursprünglich stammt und so vom Käufer Schadensersatz verlangen.

Kontakt zum DRM-Server

Technisch ist DRM so gelöst, dass die Inhalte nur verschlüsselt auf dem eBook-Reader landen. Damit kann der Käufer sein eben erstandenes elektronisches Buch nicht ohne weiteres lesen. Erst muss das Lesegerät per Internet beim DRM-Server des Anbieters nachfragen, ob dieser Käufer überhaupt die Rechte für dieses eBook erworben hat. Sobald der DRM-Server grünes Licht gibt und den Schlüssel zur Entschlüsselung des eBooks liefert, kann der Käufer sein eBook auch lesen. Da dieser Vorgang für gewöhnlich direkt zusammen mit dem Kaufprozess stattfindet, bemerken viele Leser davon nichts. Erst wenn das eBook auf ein anderes Lesegerät übertragen wird, werden sie mit diesem Prozess konfrontiert.

Einige DRM-Verfahren gehen sogar noch einen Schritt weiter. So kann etwa Amazon aus den Kindle-Readern die dort hinterlegten elektronischen Bücher lesen und sogar aus der Ferne ohne zutun des Kindle-Besitzers löschen. Bekannt wurde dies als im Sommer 2009 Amazon ausgerechnet das Buch „Animal Farm“ von George Orwell von etlichen Geräten seiner Kunden entfernte, obwohl die Kunden das Buch über Amazon gekauft hatten. Nach vielen Protesten entschuldigte sich Amazon-Gründer Jeff Bezos und erklärte, dass Amazon künftig von der Löschmöglichkeit keinen Gebrauch mehr machen werde. Allerdings macht der Vorfall deutlich, welche Problematik durch DRM gerade beim Thema eBooks entstehen kann.

In Deutschland sind heute zwei Dateiformate für eBooks gebräuchlich: Einmal das EPUB-Format, das etwa der Tolino-Shine einsetzt und das meist einen Kopierschutz per DRM der Firma Adobe beinhaltet. Und andererseits das AZW-Format von Amazon, das einen eigenen Kopierschutz-Mechanismus enthält. Für weitere Informationen über die eBook-Formate lesen Sie bitte unseren Artikel eBook-Formate.

Nachteile für den eBook-Käufer

DRM bringt für den Käufer einige Nachteile mit sich. So kann er sein gekauftes eBook nur auf Geräten lesen, auf denen eine entsprechende Software verfügbar ist. Beispielsweise gibt es bis heute von Adobe keine Version für Linux. Damit können alle PDFs oder EPUB-Dateien, die mit Adobes DRM-System Adobe Digital Editions geschützt sind, auf Linux-Rechnern nicht gelesen werden.

Noch problematischer aber ist es, wenn die Verkäufer den Betrieb der DRM-Server einstellen. So beendete etwa Amazon 2006 die Bereitstellung von eBooks im PDF- und LIT-Format. Kunden, die solche eBooks gekauft hatten, können sie nicht mehr auf neue Geräte übertragen.

Wegen dieser Nachteile ist die Versuchung naheliegend, die Beschränkungen des DRM zu umgehen und diesen Kopierschutz auszuhebeln. Allerdings ist die Umgehung eines wirksamen Schutzmechanismus in Deutschland eine Straftat. Auch die Verbreitung von Programmen, die DRM entfernen können, ist strafbar.

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