eBook-Reader kaufen

Wir möchten Ihnen einige Hilfestellungen an die Hand geben, um zu entscheiden, welchen eBook-Reader Sie kaufen sollten. Neben den speziellen eBook-Readern gibt es Software für Smartphones, Tablets und PCs, die eBook-Dateien auf diesen Geräten anzeigen können. Somit kann auch ein eventuell bereits vorhandenes Tablet – etwa ein iPad – die Funktion eines eBook-Readers übernehmen. Oder Sie kaufen sich bewusst ein solches Tablet, um zwei Geräte in einem zu haben. Allerdings müssen Sie in einem solchen Fall einige Kompromisse eingehen.

Display-Typ entscheidend

Der wichtigste Grund für ein eigenständiges eBook-Lesegerät sind die speziell angepassten Displays. Denn spezielle eBook-Reader haben meist ein lesefreundliches E-Ink-Display. Dieses Display stellt Text ähnlich wie Papier dar und ist damit sehr angenehm für das menschliche Auge zu lesen. Manchmal wird diese Art des Displays auch Elektronisches Papier oder ePaper genannt. Da diese Bildschirme nicht selbst leuchten, gibt es auch Reader mit Beleuchtung zu kaufen, um somit auch in dunkler Umgebung lesen zu können. Aufgrund der besonderen Technik sind die E-Ink-Displays recht träge, sie eignen sich daher nicht zum schnellen Scrollen oder gar dem Betrachten von Videos.

Es gibt aber auch Lesegeräte, die ein LCD-Display bieten wie man es von Computermonitoren oder Smartphones kennt. Damit sind sie den Tablets wie dem iPad von Apple oder dem Microsoft Surface sehr ähnlich. Diese Reader mit LCD-Display stellen Fotos und farbige Zeitschriften besonders beeindruckend dar, sind aber fürs längere Lesen weniger gut geeignet, da die selbstleuchtenden Displays die Augen weitaus stärker anstrengen. Zudem haben alle Tablets einen spiegelnden Bildschirm, was ebenfalls nicht besonders augenfreundlich ist. LCD-Bildschirme sind anders als die ePaper-Geräte allerdings extrem schnell im Bildaufbau.

Unser Tipp: Wenn Sie viel lesen und dabei vor allem typischen Lesestoff wie Romane konsumieren, sollten Sie ein Gerät mit ePaper-Display kaufen. Möchten Sie hingegen in erster Linie farbige Magazine betrachten und lesen eher selten, dann kann ein eBook-Reader mit LCD-Display für Sie das richtige sein. Dieses Gerät können Sie dann auch zum Surfen im Internet nutzen.

Hersteller und Formate

Wenn Sie einen eBook-Reader kaufen möchten, müssen Sie sich heute im Prinzip für eine von zwei Welten entscheiden, die sich gegenseitig ausschließen. Entweder Sie setzen ganz auf Amazon und kaufen einen Kindle – oder Sie kaufen einen eBook-Reader eines anderen Hersteller und Sie können überall Ihre eBooks kaufen, außer bei Amazon. Während Amazon seine eBooks im Format AZW bzw. in der Fortentwicklung AZW3 bereit stellt, setzen die anderen Hersteller auf das Format EPUB. In beiden Welten sind die eBooks verschlüsselt und somit kopiergeschützt, allerdings sind eben die Formate nicht zueinander kompatibel. Das bedeutet, mit einem Tolino können Sie keine eBooks von Amazon lesen und mit einem Amazon Kindle können Sie nicht über Ihren Buchhändler einkaufen.

Neben den oben aufgeführten wichtigsten Anbietern im deutschen Markt, Amazon und Tolino, stellen auch KoboPocketbook und Trekstor Lesegeräte mit der augenfreundlichen Anzeige E-Ink her. Von Sony gibt es derzeit nur noch ein Gerät, denn Sony zieht sich offenbar aus diesem Markt zurück.

Wenn Sie mehr Informationen über Formate und Kopierschutz erfahren möchten, können Sie dies in den Artikeln eBook-Formate und DRM und eBooks nachlesen.

Unser Tipp: Eine Entscheidungshilfe ist hier schwierig. Wenn Sie sowieso schon Ihre Bücher über Amazon einkaufen, sind die Amazon Kindle die naheliegende Wahl. Sehen Sie die Macht dieses großen Anbieters aber skeptisch, sollten Sie auf einen anderen eBook-Reader zurückgreifen. Ob Sie dann ein Gerät von Tolino, Kobo oder einem der anderen Hersteller kaufen, können Sie nach Geldbeutel, Verfügbarkeit oder Sympathie entscheiden.

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Anbindung

Ein eBook-Reader wird natürlich erst durch den Lesestoff spannend, den der Nutzer darauf laden kann. Alle gängigen Lesegeräte haben heute WLAN, so dass Sie die elektronischen Bücher direkt aus dem Internet auf den Reader laden können. Der Umweg über den eigenen PC ist dazu nicht mehr notwendig. Sie können die Geräte aber auch per USB-Kabel an den eigenen Rechner anschließen und von dort mit eBooks versorgen. Dieser Weg bietet sich an, wenn Sie freie, also nicht verschlüsselte eBooks auf Ihren eReader übertragen möchten.

Unser Tipp: Das Befüllen Ihres eBook-Readers mit Lesestoff geht heute mit allen Geräten per WLAN einfach und bequem. Die schwarzweißen Tolino-Geräte können unterwegs kostenlos Telekom-Hotspots nutzen, so dass Sie recht problemlos auch abseits von zuhause einkaufen können. Bei Amazon geht das nur, wenn Sie ein Gerät mit Mobilfunk („3G“) kaufen. Dafür können Sie dort dann überall neue eBooks kaufen, wo es ein Mobilfunknetz gibt. Die Kosten für die Übertragungen übernimmt Amazon. Für den viellesenden Globetrotter ist also ein Amazon Kindle mit 3G die beste Wahl.

Bedienung

Die ersten eReader waren noch recht umständlich zu bedienen. Zwar geht das Blättern mit Tasten recht schnell und angenehm, aber sobald komplizierte Aktionen gefragt sind, kommen Lesegeräte, die nur über Tasten gesteuert werden, schnell an ihre Grenzen. Das Eingeben von Suchbegriffen oder gar das Verfassen von Anmerkungen und Notizen geht mit Lesegeräten ohne Touchscreen und ohne Tastatur nur äußerst mühsam.

Der technische Fortschritt ermöglicht inzwischen aber auch bei den E-Ink-Geräten den Einsatz von Touchscreens, so dass sich zumindest die teureren eBook-Reader ähnlich wie ein Tablet bedienen lassen. Allerdings kommt hier der oben erwähnte langsame Bildaufbau der ePaper-Displays zum Tragen; die schnelle Reaktion eines iPad werden Sie auf einem E-Ink-Gerät noch lange nicht erleben können.

Unser Tipp: Wer vor allem liest und nur wenige Anmerkungen verfasst, der wird auch heute noch mit einem Reader ohne Touchscreen und ohne Tastatur glücklich werden. Wenn Sie aber viele Notizen zu Ihrem Lesestoff machen wollen, sollten Sie eher einen eBook-Reader mit Tastatur oder Touchscreen kaufen.

Laufzeit

Die besonders augenfreundlichen ePaper-Geräte haben einen weiteren Vorteil: Sie benötigen deutlich weniger Strom als die bunt leuchtenden LCD-Geräte. Denn eine einmal dargestellte Seite bleibt bei dieser Technologie erhalten, ohne Energie zu verbrauchen. Somit benötigen ePaper-Displays nur Strom, wenn das Lesegeräte eine neue Seite darstellen soll. ePaper-Reader kommen so auf eine längere Akkulaufzeit als Reader mit LCD-Bildschirmen. Gleichzeitig sind sie deutlich leichter, was die Handhabung angenehmer macht. Während LCD-Reader etwa 10 Stunden Laufzeit schaffen, können ePaper-Geräte locker das Doppelte erreichen. Natürlich hängen die jeweiligen Laufzeiten vom einzelnen Gerät und vor allem von der Art der Nutzung ab. So verbraucht eine bestehende WLAN-Verbindung zum Beispiel recht viel Energie.

Unser Tipp: Sowohl eBook-Reader mit farbigen LCD-Displays als auch klassische eReader mit augenschonender Schwarzweiß-Anzeige haben eine Laufzeit, die für die meisten Zwecke absolut ausreichend ist. Deshalb ist dieses Kriterium heute für den Kauf nicht mehr besonders entscheidend.

Preise

Die E-Ink-Geräte beginnen bereits bei deutlich unter 100 Euro, etwa der Amazon Kindle oder der Tolino Shine. Farbige Tablet-Geräte beginnen bei Amazon derzeit bei 100 Euro, für das Tolino-Tablet muss man aber nur ein wenig mehr ausgeben: Das tolino tab 8 kostet gerade mal 120 Euro.

Unser Tipp: Die Preise unterscheiden sich bei den großen Herstellern nicht gravierend, so dass Sie Ihre Wahl eher von anderen Gesichtspunkten abhängig machten sollten.

 

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Bildnachweis: Lukasz Dec, StockSnap.io