eBooks und die Buchpreisbindung

Bücher unterliegen in Deutschland der Buchpreisbindung. Das bedeutet, dass der Verlag festlegen muss, wie viel ein Buch im Laden kostet. Dieser Preis gilt dann für alle Buchhandlungen in Deutschland und unabhängig vom Vertriebsweg. Damit kosten Bücher im kleinen Buchladen ums Eck genau so viel wie bei Amazon.

Über Jahre hinweg war unklar, wie die Situation für eBooks aussieht. Bis 2008 war der Börsenverein des Deutschen Buchhandels der Ansicht, eBooks würden nicht unter das Buchpreisbindungsgesetzt fallen. Doch seither hat der Verband seine Meinung dazu geändert und pocht jetzt darauf, dass eBooks Produkte sind, „die Bücher reproduzieren oder substituieren” und damit doch unter die Preisbindung fallen.

Das bedeutet, das heute eBooks wie normale Buchausgaben behandelt werden. So wie auch Taschenbücher einen anderen Ladenpreis als Hardcover-Ausgaben haben können, dürfen Verlage auch die Endpreise für eBooks frei festlegen. Allerdings müssen sich alle Verkäufer in Deutschland daran halten, Verstöße können abgemahnt werden. Die Buchpreisbindung gilt allerdings nicht für fremdsprachige eBooks oder für eBooks mit vorwiegend Multimedia-Charakter.

Spezialfall Sef-Publishing

Noch weitgehend unklar ist, wie die Buchpreisbindung für selbstverlegte eBooks aussieht. Das sogenannte Self-Publishing ist dank der Unterstützung von Amazon auf dem Vormarsch. Bislang hieß es dazu, dass nur Bücher der Preisbindung unterliegen, die „verlags- oder buchhandelstypisch“ vertrieben werden. Wie dies im Einzelfall bei Self-Publisher aussieht, muss noch die Zukunft zeigen.

Kommentare sind geschlossen.