Die Geschichte der eBooks, Teil 4

Inzwischen hat sich der eBook-Markt auf einem niedrigen Niveau konsolidiert. Gleichzeitig verbucht dieses Marktsegment jährlich hohe Zuwachsraten. Damit ist abzusehen, dass sich eBooks langsam aber sicher als feste Größe im Unterhaltungsmarkt etablieren. Es gibt – vor allem in den USA – mehrere große Shops wie eReader oder Fictionwise mit Zehntausenden von Titeln, darunter auch inzwischen die aktuellen Bestseller wie z.B. von Dan Brown. Im deutschsprachigen Raum sind vor allem beam und ciando als Anbieter mit mehreren Tausend Titeln führend.

Anbieter und Leser – eBooks heute

In Europa konnte sich Mobipocket durch seine Lesesoftware und den damit verbundenen Shop eine feste Marktposition erarbeiten. 2005 übernahm dann der Internet-Buchhändler Amazon Mobipocket und bietet seitdem auch im eigenen Internetangebot ein deutlich vergrößertes Sortiment an Titeln an.
Viele der großen Online-Shops von Software für Pocket PCs oder Palm Handhelds haben neben Anwendungssoftware oder Spielen auch eine Auswahl an eBooks im Programm.
Und anders als noch vor Jahren sichern sich traditionelle Buchverlage nun bei Autorenverträgen die elektronische Verwertungsrechte als eBooks.

Als große Hindernisse bleiben aber auch weiterhin das Angebot an Titeln, der teilweise zum gedruckten Buch kaum günstigere Preis und der Einsatz von DRM zu nennen, der eBooks per Kopierschutz an bestimmte Lesegeräte bindet. Gerade bei letzterem bleibt abzuwarten, ob sich der Trend, den die Musikindustrie durch den zunehmenden Verzicht auf Digitales Rechtemanagement setzt, auch im eBook-Segment fortsetzt.
Ebenso gibt es inzwischen eine Vielzahl an Lesesoftware. Das erlaubt den Anbietern zwar, ihre Titel in einer Art und Weise umzusetzen, die für sie am geeignetsten ist. Für den Leser wiederum ergibt sich das Problem, dass der gewünschte Titel im bevorzugten eBook-Format eventuell nicht erhältlich ist.
Online-Shops setzen aus technischen Gründen zumeist auf ein einziges Format, was auch der Kundenbindung dient. Online-Verleger, die eine große Gruppe an Lesern erreichen wollen, bieten ihre Titel dagegen gleichzeitig in mehreren Formaten an.

Neben den kommerziellen Angeboten nutzen inzwischen sehr viele Autoren die Möglichkeit, sich mit eBooks – oftmals kostenlos – einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Und es gelingt auch tatsächlich manchen, dadurch die Aufmerksamkeit von Kleinverlagen zu erringen und ihre ersten gedruckten Titel zu veröffentlichen.

eBooks lösen Bücher noch lange nicht ab – aber richtig genutzt können beide Formate ihre Vorteile einbringen und sich gegenseitig ergänzen. Und das kommt allen Beteiligten zu Gute: Autoren, Verlagen, Händler und den Lesern.

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