Die Geschichte der eBooks, Teil 3

So schnell, wie der Hype ums eBook 1999 einsetzte, so schnell war er zwei, drei Jahre wieder verflogen. Die digitale Literatur hatte die gedruckte nicht abgelöst, und die Kunden zogen sich lieber mit einem Buch auf die Couch zurück als mit einem Lesegerät. Die eBook-Shops großer Buchhändler wie Barnes & Nobles oder Amazon wurden entweder deutlich reduziert oder ganz geschlossen. Auch neue, technisch deutlich bessere Lesegeräte konnten sich nicht am Markt behaupten, selbst wenn Firmen wie Sony dahinter standen. Während sich Lesegeräte aufgrund ihres hohen Preises nicht durchsetzten, kamen neue Programme auf den Markt, um eBooks lesen zu können.

Das totgesagte eBook und die Szene

Das PDF hatte sich inzwischen als digitales Format etabliert, mit dem Mobipocket Reader und dem Microsoft Reader gingen im Jahr 2000 gleich zwei neue Formate ins Rennen. Mobipocket setzte von Anfang an gezielt auf mobile Endgeräte wie PDAs und hat sich damit bis heute einen festen Platz am Markt gesichert.
Inzwischen hatten sich auch zahlreiche Leser gefunden, die die Vorteile von eBooks zu schätzen wussten.
Während die kommerziellen Shops keinen Erfolg verbuchten, wuchs eine illegale Szene heran, die mit großem Eifer Tausende von aktuellen Romanen und Sachbüchern in Eigenarbeit einscannte, Korrektur las und über das Internet untereinander austauschte.
Natürlich geschah dies alles ohne Zustimmung der Rechteinhaber – aber diese eBookz-Szene zeigte, dass tatsächlich ein Bedarf und ein Interesse für Texte in digitaler Form vorhanden waren. Wenn Angebot und Preis stimmten …

Gleichzeitig setzten sich eBooks nach und nach im kommerziellen Bereich durch. Gerade Fachbücher und Handbücher wurden zunehmend in digitaler Form akzeptiert, aus rein pragmatischen Gründen. Gewicht, Preis, die eingeschränkte Möglichkeit zu suchen oder Notizen anzulegen – hier konnten eBooks bei Kunden wie Ingenieuren oder Technikern gegenüber dem Buch deutlich punkten.
Auch im belletristischen Bereich wagten sich Verlage sowohl in den USA wie auch in Deutschland wieder an digitale Romane. Nur waren es dieses Mal die kleinen Verlage, die im Internet eine neue Vertriebsform erkannten, um neue Leserschichten zu gewinnen. Zum Teil sogar reine eBook-Verlage, deren gesamtes Sortiment ausschließlich in digitaler Form existiert.

Die Verbreitung des Internets, die Verwendung von mobiler Hardware wie Smart Phones und Pocket PCs sowie neue Bezahlmöglichkeiten, die ein komfortables Abrechnen samt direktem Download ermöglichen, sorgten für eine wachsende Infrastruktur, in denen sich eBooks im zweiten Anlauf etablieren konnten.

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