Die Geschichte der eBooks, Teil 1

In ihrer einfachsten Form gibt es eBooks fast schon so lange wie es Personal Computer gibt. Textdateien im ASCII-Format, wie sie z.B. mit dem Programm „Editor“ in Windows erstellt werden, wurden dazu verwendet, um Hilfstexte oder Anleitungen zu schreiben und zu lesen.

Die Anfänge

Inzwischen unterscheidet man aber zwischen dieses eTexten und eBooks, wie man auch zwischen Gebrauchsanleitungen und Büchern unterscheidet. 1971 ist mit Sicherheit als eines der entscheidendsten Jahre zu nennen, in denen eBooks als eigenes Format etabliert wurden.
In diesem Jahr wurde das englischsprachige „Project Gutenberg“ ins Leben gerufen, das es sich seitdem zur Aufgabe macht, eine kostenlose digitale Bibliothek aller Werke zu erstellen, bei denen das Urheberrecht erloschen ist oder die als Public Domain frei verfügbar sind.
Diese Bibliothek umfasst laut eigenen Angaben derzeit über 22.000 Titel in verschiedenen Sprachen aus den Bereichen Belletristik und Sachliteratur. Die meisten sind selbstverständlich auf Englisch, doch lassen sich auch einige Titel in deutscher Sprache finden.
Die Texte im Project Gutenberg liegen zumeist im txt- oder im einfachen html-Format vor. Das spart Platz und ermöglicht eine gute Weiterverarbeitung, aber auf Titelbilder oder ein schönes Innenlayout muss man leider verzichten. Dafür dürfen alle Texte auch zur kommerziellen Nutzung verwendet werden.

Mitte der 1980er Jahre gab es bereits die ersten Versuche in Deutschland, Romane in digitaler Form zu verkaufen. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist der Unterhaltungsautor Wilfried A. Hary, der über Jahre hinweg seine Romane – ähnlich wie bei Shareware-Programmen – auf Disketten als „Diskomane“ verkaufte.
Diese Romane selbst selbstlauffähige Programme, die sich von den seinerzeit üblichen Textdateien deutlich unterschieden.
Einem breiten Publikum bekannt wurde das Konzept von eBooks mit dem Handbuch zum Computerspiel „Ultima Underworld“, das 1993 der beigelegten CD im pdf-Format beilag. Dieses Handbuch konnte am Bildschirm gelesen werden. Man konnte es aber auch ausdrucken und zum ersten Mal eine Suchfunktion nutzen, um gewünschte Stellen schnell zu finden.
1994 startet dann in Anlehnung an das US-amerikanische „Project Gutenberg“ das deutsche „Projekt Gutenberg-DE“, in dem urheberrechtsfreie Klassiker der deutschen Literatur kapitelweise im html-Format präsentiert werden. Im Unterschied zum amerikanischen Vorbild dürfen die Texte aber ausschließlich für den privaten Gebrauch kostenlos genutzt werden. Derzeit umfasst die Sammlung ca. 4000 Romane und über 20.000 Gedichte.

Kommentare sind geschlossen.